Wüste
Montag, den 19. Juli 2010 um 12:58 Uhr

Das Reich der Beduinen

Ein Großteil der  Fläche Ägyptens besteht aus über 90% Wüste. Sie ist ein Teil der Sahara, die sich in ganz Nordafrika erstreckt und das größte zusammenhängende Wüstengebiet der Erde bildet und somit mehr als ein Drittel des afrikanischen Kontinentes ausmacht.

Übrigens, der Name Sahara bedeutet auf arabisch "Wüsten", was anzeigt, dass sie aus mehreren Wüsten besteht.

In unserem Land unterscheiden wir zwei wesentlich verschiedene Wüsten die westliche oder Lybische Wüste und die östliche oder Arabische Wüste. Letztere befindet sich zwischen dem Nil und dem Roten Meer. Hurghada ist also in der östlichen Wüste.

Dieses Gebiet ist durch hohe Gebirgszüge gekennzeichnet, die sich entlang der Küste erstrecken und mit bis zu 2000 Meter über dem Meer eine tolle Kulisse bilden. Sie hat im Norden eine Breite von 120 km und wächst  im Süden auf eine Breite bis zu 300 km an.

Das Gebirge besteht aus Hard und kristallinen Gesteinen, was schon die alten Pharaonen für sich vielfältig z.B. zum Bauen nutzten.

Sie nannten diese Wüste auch " das Land Gottes", wohl in Beziehung auf den Sonnengott, der zwischen den östlichen Bergen heraufkommt.

Die überwiegend rote Färbung der Sahara stammt von den Eisenverbindungen im so genannten " Wüstenlack".

Dieser entsteht durch Verdunstungen von Feuchtigkeit im Gestein, durch Hitze und Temperaturschwankungen. Dadurch werden Salze und Mineralien an der Oberfläche abgelagert, die im Laufe der Erdgeschichte eine panzerharte, glänzende Kruste gebildet haben. Im Grunde ist die Sahara so alt wie die Kontinente selbst. Bis zu acht mal wurden riesige Teile dieser Region überschwemmt, was uns die Schalen und Skelette von Meereslebewesen verraten. Vor 440 Millionen Jahren bauten Korallen dort, wo heute Wüste ist, ihre Riffe!

Die Sahara war früher landschaftlich ganz anders ,denn sie wurde von zahlreichen Stämmen bewohnt, die Ackerbau und Viehzucht  betrieben. Leider ist ihr Getreide und Weideland heute von Sand bedeckt. Aber von Zeit zu Zeit wird dieser fortgeblasen, so dass Obstgärten, ummauerte Städte, Paläste und Burgen aufgedeckt werden.

Diese Vorkommnisse geben auch heute noch Anlass zu unzähligen Sagen und Legenden über verdammte Städte und deren Bewohner, die von Gott für ihre Sünden bestraft wurden. Die Götter und Dämonen aus alter  Zeit wandern wohl immer noch herum, denn die Reisenden in der Sahara werden oft durch Visionen, Luftspiegelungen getäuscht, die auch als Fata Morgana bezeichnet werden dem italienischen Namen für die Dame des Sees aus der Artussage.

Sie gaukelt der Geschichte nach erschöpften Reisenden grüne Oasen vor, um ihnen Hoffnung zu geben oder sie in die  Irre zu führen.

Wissenschaftlich gesehen handelt es sich dabei um die Reflexion von Lichtstrahlen zwischen einzelnen Luftschichten von unterschiedlicher Temperatur und optischer Dichte.

Die untere Luftschicht wirkt dabei wie ein Spiegel. Sie projeziert so zum Beispiel den Himmel auf die Erde, was uns eine Wasseroberfläche vortäuscht.

Der scheinbare Wellenschlag rührt dabei von leichten Winden her. Als Opfer dieser Täuschung finden wir manchmal mumifizierte Wasservögel in der Wüste.

Ägyptens Wüsten gehören zu den heißesten und trockensten Gebieten der Erde. In den mittleren Regionen regnet es manchmal jahrelang gar nicht. Oft kann es danach aber zu sintflutartigen Regenfällen kommen, bei denen in den Wadis (ausgetrocknete Flussbetten) gefährliche, reißende Flüsse entstehen. So erstaunt es uns auch nicht, dass in der Sahara schon mehr Menschen ertrunken als verdurstet sind.

Bereits im 7.Jahrhundert nach Christus siedelten die ersten normadisierenden Beduinen hier. Heute sollen noch ca.50 000 Beduinen  die Wüste ihren  Lebensraum nennen das entspricht etwa 1 Einwohner auf 90 qkm.

Sie müssen um jede Möglichkeit der Selbsterhaltung wissen geringste Anzeichen von Fruchtbarkeit oder Wasser erkennen. Mit ihren Herden (Ziegen, Schaf, Kamele)legen sie weite Entfernungen zurück, um den spärlichen Bewuchs der Wüste für Mensch und Tier zu nutzen. So ist Beweglichkeit eine Grundbedingung ihres einfachen Daseins und die Gerätschaften des täglichen Lebens sowie ihre ursprüngliche aus Ziegenhaar gewebten Zelte sind auf das Nötigste beschränkt.

ihre Viehherden sind die entscheidenden Mittel im Überlebenskampf und deren Verzehr erfolgt nur bei festlichen Anlässen oder  in wirklichen Notfällen. Die Beduinenfrauen entwickelten sich deshalb zu wahren Meisterinnen der Milchverarbeitung, die ungekühlt trotzdem haltbar gemacht wird. Dieser tägliche Überlebenskampf schuf seid alters strenge Gesetze, die unbedingt konformes Verhalten in einer Gruppe erzwingen sowie den uneingeschränkten Respekt gegenüber der Natur. Die mündliche Weitergabe all dieses Stammeswissens ist ein wichtiges Bindeglied  zwischen den Generationen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 21. Juli 2010 um 09:27 Uhr